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Global Risk Report 2018: Erholungskurs der Banken gerät ins Stocken

Wertschaffung der Banken weltweit ist erstmals seit fünf Jahren rückläufig – insbesondere europäische Banken bleiben in der Verlustzone // Druck durch Regulierung ist weiterhin groß, Strafzahlungen immer noch auf hohem Niveau // Zukunftsorientierte Chief Risk Officer nutzen Digitalisierung und kooperieren mit FinTechs und RegTechs

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Wien – Nach fünf aufeinanderfolgenden Jahren der Erholung ist die Wertschaffung der Banken weltweit erstmals rückläufig. Das zeigt der Global Risk Report 2018 „Future-Proofing the Bank Risk Agenda“ der Strategieberatung The Boston Consulting Group (BCG). Die Studie basiert auf der Auswertung der Wertschaffung von weltweit mehr als 350 Retail-, Geschäfts- und Investmentbanken für den Zeitraum der Geschäftsjahre 2012 bis 2016. Das Ergebnis: Die Wertschaffung sank von 143 Milliarden Euro im Betrachtungszeitraum 2015 auf 107 Milliarden Euro im Jahr 2016.

Europäische Banken erreichen in der Gesamtbetrachtung weiterhin keine positive Wertschaffung – nach fünf Jahren leichter Erholung nun wieder mit fallender Tendenz. „Nicht nur die anhaltend niedrigen Zinsen, auch die hohen operativen Kosten und Risikokosten machen es den europäischen Banken schwer, Gewinne zu erwirtschaften“, sagt Michael Widowitz, Experte für Risk-Management bei The Boston Consulting Group. Banken in Europa ringen vor allem mit der Bereinigung ihrer Bilanzen um notleidende Kredite. „Europäische Banken haben ihre Abschreibungen während der jüngsten Finanzkrise nur verdoppelt. Nordamerikanische Banken haben ihre Kreditabschreibungen kurzfristig fast vervierfacht und ihre Bilanzen damit viel schneller bereinigt“, sagt Widowitz.

Regulierung als Chance zur Differenzierung
Der Druck durch Regulierung bleibt hoch. Banken sahen sich 2016 durchschnittlich 200 Regeländerungen pro Tag gegenüber, dies sind dreimal so viele wie noch 2011. Strafzahlungen, die BCG bis einschließlich des Kalenderjahres 2017 analysiert hat, beliefen sich im vergangen Jahr auf 22 Milliarden Dollar. Damit halbierten sich die Zahlungen im Vergleich zu 2016 nahezu, verbleiben jedoch auf einem hohen Niveau. Der Gesamtbetrag an Strafzahlungen seit 2009 wächst auf insgesamt 345 Milliarden Dollar. „Insbesondere auf Banken aus Europa kommen in den kommenden Jahren weiterhin erhebliche zusätzliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Regulierung des Finanzsektors zu“, analysiert Michael Widowitz.

Dadurch steigt der Kostendruck auf die Banken weiter. Allerdings ergeben sich hieraus auch Chancen: „Eine schnelle und konsequente Umsetzung der Vorschriften kann ein wichtiger Hebel für mehr Qualität im Risikomanagement und effizientere Prozesse insgesamt sein. Damit differenzieren sich Vorreiter vom Wettbewerb und behaupten sich besser am Markt“, erläutert Widowitz. Vor diesem Hintergrund sei das Risikomanagement stärker als strategischer Wettbewerbsfaktor zu verstehen und in die Geschäftsprozesse zu integrieren. Vorhandene analytische Fähigkeiten und Datenbestände der Risikofunktion in Banken sollten breiter genutzt werden.

Bei dieser Aufgabe kommt der Digitalisierung eine wichtige Rolle zu. Durch die konsequente Anwendung digitaler Lösungen und automatisierter Prozesse können Banken die Kosten über den gesamten Kreditprozess sowie die Aufwendungen für operative Risiken um mehr als ein Viertel senken. Die Zusammenarbeit mit FinTechs und RegTechs ist eine wichtige Möglichkeit, die Analysequalität sowie Prozesse im Risikomanagement zu verbessern. „Aufgrund der steigenden regulatorischen Anforderungen und fortschreitenden Nutzung von Technologien wie künstlicher Intelligenz spielen RegTechs als Dienstleister für das Risikomanagement von Banken eine immer wichtigere Rolle“, sagt Widowitz. Der Global Risk Report hat weltweit 362 RegTechs identifiziert, Tendenz steigend.

Zum Report
Der seit 2010 jährliche erscheinende Global Risk Report der Boston Consulting Group (BCG) bewertet die wirtschaftliche Entwicklung der globalen Bankenbranche und gibt einen Überblick über die regulatorischen Reformen. Die Auswertungen für den Report 2018 basieren auf den Geschäftszahlen von 350 Retail-, Geschäfts- und Investmentbanken weltweit für die Jahre 2012-2016. Report zum Download

Pressekontakt

The Boston Consulting Group
Laura Diessl
Head of Communications Austria
Tel. +43 1 537 56 - 8286
diessl.laura@bcg.com
Am Hof 8
1010 Wien

ABOUT BOSTON CONSULTING GROUP

Die Boston Consulting Group (BCG) unterstützt führende Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft in partnerschaftlicher Zusammenarbeit dabei, Herausforderungen zu meistern und Chancen zu nutzen. Seit der Gründung 1963 leistet BCG Pionierarbeit im Bereich Unternehmensstrategie. Die Boston Consulting Group hilft Kunden, umfassende Transformationen zu gestalten: Die Beratung ermöglicht komplexe Veränderungen, eröffnet Wachstumschancen, schafft Wettbewerbsvorteile, verbessert die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit und bewirkt so dauerhafte Verbesserungen des Geschäftsergebnisses.

Nachhaltiger Erfolg erfordert die Kombination aus digitalen und menschlichen Fähigkeiten. Die vielfältigen, internationalen Teams von BCG bringen tiefgreifende Expertise in unterschiedlichen Branchen und Funktionen mit, um Veränderungen anzustoßen. BCG verzahnt führende Management-Beratung mit Expertise in Technologie, Digital und Analytics, neuen Geschäftsmodellen und der übergeordneten Sinnfrage für Unternehmen. Sowohl intern als auch bei Kunden setzt BCG auf Gemeinschaft und schafft dadurch Ergebnisse, die Kunden nach vorne bringen. Das Unternehmen mit Büros in mehr als 90 Städten in über 50 Ländern erwirtschaftete weltweit mit 18.500 Mitarbeitern im Jahr 2018 einen Umsatz von 7,5 Milliarden US-Dollar. Weitere Informationen: www.bcg.de

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