Neue Wege zur Verbesserung der weltweiten Infrastruktursituation

Weltweit klagen Länder über stetig steigenden Infrastrukturbedarf. Während viele Regierungen zur Lösung des Problems auf den Bau neuer Infrastruktur setzen, wird die Optimierung des Betriebs und die Instandhaltung (Operations & Maintenance, O&M) bestehender Infrastrukturen weithin vernachlässigt. O&M-Optimierung stellt eine schnelle und vor allem kostengünstige Lösung für viele Infrastrukturengpässe dar. Doch gibt es hierzu nur sehr wenige umfassende Untersuchungen. Diese Lücke füllt eine gemeinsame Studie des World Economic Forum (WEF) mit der Boston Consulting Group.

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München - Weltweit klagen Länder über stetig steigenden Infrastrukturbedarf – aufgrund wachsender Bevölkerungen, zunehmender Verstädterung und der Alterung bestehender Infrastrukturen. Während viele Regierungen zur Lösung des Problems auf den Bau neuer Infrastruktur setzen, wird die Optimierung des Betriebs und die Instandhaltung (Operations & Maintenance, O&M) bestehender Infrastrukturen weithin vernachlässigt. O&M-Optimierung stellt eine schnelle und vor allem kostengünstige Lösung für viele Infrastrukturengpässe dar. Doch gibt es hierzu nur sehr wenige umfassende Untersuchungen. Diese Lücke füllt eine gemeinsame Studie des World Economic Forum (WEF) mit der Boston Consulting Group (BCG): Strategic Infrastructure –  Steps to Operate and Maintain Infrastructure Efficiently and Effectively.

Die Studie wird heute auf dem regionalen lateinamerikanischen Treffen des World Economic Forum in Panama City vorgestellt. Sie bietet ein umfassendes Rahmenwerk und zeigt anhand von zahlreichen Best-Practice-Beispielen, wie Regierungen die Transportsysteme sowie die Wasser- und Stromversorgung in ihren Ländern konsequent besser managen können.

Während die Infrastrukturnachfrage massiv ansteigt, wird das Angebot durch verschiedene Faktoren gebremst. Daraus resultiert eine weltweite Infrastruktur-Investitionslücke von ungefähr einer Billion US-Dollar jährlich bis zum Jahr 2030. Um diese Kluft zu schließen, konzentrieren sich viele Länder vorrangig auf den Neubau. Dieses Vorgehen stößt aber an offensichtliche Grenzen: extrem hohe Kosten, limitierte öffentliche Gelder und eine lange Planungs- und Realisierungsdauer. Ein potenziell kostengünstigerer Weg wäre es, existierende Infrastrukturen durch bewährte Methoden in Operations & Maintenance (O&M) zu verbessern.

Anhand von über 200 Beispielen aus den verschiedenen Infrastruktursektoren erläutert die Studie die vielfältigen Maßnahmen, mit denen Regierungen und Infrastrukturbetreiber Vorhandenes bestmöglich nutzen können.

"In den unterschiedlichen Infrastruktursektoren gibt es zahlreiche Beispiele für exzellente Operations-&-Maintenance-Ansätze, die aber verstärkt angewandt werden müssen", sagt Philipp Gerbert, Senior Partner bei BCG und Mitautor der Studie. "Beispielsweise kann vorbeugende Instandhaltung für Straßenbelag die Kosten über den gesamten Lebenszyklus um bis zu einem Drittel reduzieren. Digitale Technologien wie Sensoren oder modernste Datenanalyseverfahren helfen, traditionelle Infrastrukturen effizienter zu managen und instandzuhalten. Der wichtigste Punkt allerdings ist: O&M-Lösungen sind äußerst kosteneffizient in einer ansonsten kapitalintensiven Industrie."

Auch kleine O&M-Verbesserungen können einen erheblichen Effekt haben, wie Gerbert betont: "Ausgehend von dem globalen Infrastrukturbestand im Wert von 50 Billionen US-Dollar impliziert jedes Prozent Optimierung viele Milliarden eingesparte Dollar. Zusätzlich zu den finanziellen Einsparungen bringen O&M-Verbesserungen auch beträchtliche soziale und ökologische Vorteile mit sich."

Die Studie enthält sowohl Empfehlungen für Infrastrukturbetreiber zur operativen Implementierung von O&M-Maßnahmen als auch Empfehlungen für Politiker, um die strategischen Grundvoraussetzungen für nachhaltig erfolg-reiches O&M zu schaffen. Die folgende Checkliste gibt einen Überblick über die verschiedenen Empfehlungen in diesen beiden Bereichen.

Zwar sind Verbesserungen im Betrieb und in der Instandhaltung bestehender Infrastrukturen ein Schlüsselfaktor, um die Infrastrukturlücke zu verkleinern. Die Studie weist aber auch darauf hin, dass dies kein Wundermittel darstellt. "Viele Länder – vor allem Entwicklungsländer – werden weiterhin in neue Infrastruktur investieren müssen, um die akuten Mängel zu beseitigen", erklärt Gerbert. "Indem man jedoch bestehende Kapazitäten besser nutzt, kann durch optimiertes O&M der Bedarf an neuen Infrastrukturprojekten zumindest reduziert werden. Durch die Optimierung von Betriebskosten können finanzielle Mittel für andere benötigte Neubauten freigesetzt werden. Und natürlich können Engpässe durch O&M-Optimierung wesentlich schneller als durch Neubauten behoben werden."

Eine gut durchdachte O&M–Strategie – das weist die Studie überzeugend nach – bietet sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländern außerordentlich große Möglichkeiten, ihre Infrastruktur zu verbessern, ihre Wettbewerbskraft zu stärken und zum sozioökonomischen Fortschritt beizutragen.

Pressekontakt Deutschland
Sönke Wiese
Leitung Media Relations
Tel. +49 89 2317-4520
wiese.soenke@bcg.com

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