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Henkel führt den DAX in Sachen Geschlechtervielfalt an

BCG Gender Diversity Index 2018: Deutsche Vorstände benötigen bei aktuellem Tempo noch fast vier Jahrzehnte bis zu ausgeglichenem Geschlechterverhältnis // Acht der zehn bestplatzierten Firmen aus dem Vorjahr behaupten Top-10-Platzierung // Vorstandsgehälter von Frauen steigen im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozentpunkte auf 79 Prozent der Männergehälter

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München – Der Konsumgüterhersteller Henkel ist in Sachen Geschlechtervielfalt erneut stärkster Konzern im Deutschen Aktienindex (DAX). Das zeigt die Studie Diversity Champions: BCG Gender Diversity Index 2018 der Stra­tegieberatung Boston Consulting Group (BCG), die zum zweiten Mal in Koope­ration mit der Technischen Universität München (TUM) erscheint. Unter den 100 größten börsennotierten Unternehmen erreicht Henkel mit 74 von 100 mög­lichen Punkten den vierten Platz. Die drei Spitzenreiter sind hier das Kreditinstitut Aareal Bank mit 80 Punkten, der Mobilfunkanbieter Telefónica (79 Punkte) und der Finanzdienstleister Grenke (75 Punkte) – sie sind jeweils nicht im DAX ver­treten.

„Einige Unternehmen verzeichnen große Fortschritte, wenn es um die Vielfalt in Vorständen und Aufsichtsräten geht“, sagt Rocío Lorenzo, Partnerin bei BCG und eine der Autorinnen des BCG Gender Diversity Index 2018. „Insgesamt verbessert sich der Anteil der Frauen in Führungspositionen aber nur langsam. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit dauert es noch beinahe neun Jahre bis zu einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis in deutschen Aufsichtsräten, in Vorständen sogar vier Jahrzehnte.“

Für die Studie haben die Autorinnen die 100 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands analysiert. Dabei stand sowohl die Verteilung der Geschlechter in Vorstand und Aufsichtsrat im Mittelpunkt wie auch die Vergütung der Mitglieder in beiden Gremien. Die volle Punktzahl (100 Punkte) in dem Index erhielte ein Unternehmen dann, wenn es in beiden Gremien eine gleiche Verteilung von Männern und Frauen sowie eine identische Vergütung von Männern und Frauen aufweisen würde. „Allerdings erreicht derzeit kein Unternehmen in den Top 100 diesen Bestwert“, sagt BCG-Partnerin Lorenzo. Die Aareal Bank kommt immerhin auf vier Fünftel der vollen Punktzahl, Telefónica, Grenke und Henkel liegen knapp dahinter.

Insgesamt schaffen es acht der zehn bestplatzierten Unternehmen aus dem Vorjahr auch 2018 in die Top 10 der Rangliste. „Die Konstanz im Ranking deutet darauf hin, dass geschlechterdiverse Führungsstrukturen nachhaltig sind und sich in der Unternehmenskultur verfestigen“, erklärt Rocío Lorenzo. Die erfolgreichsten DAX-Konzerne sind nach Henkel die Deutsche Lufthansa (Rang 7), der Chemiekonzern Merck (Rang 8) sowie die Deutsche Börse (Rang 9). Schlusslichter im Index sind der Lebensmittelbestelldienstleister Delivery Hero, Software-Anbieter Nemetschek und der Internet-Provider United Internet. Sie hatten zum Zeitpunkt der Erhebung weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat eine Frau als Mitglied.

Geschlechterparität in Vorständen und Aufsichtsräten in weiter Ferne
Zwar ist im Vergleich zum Vorjahr ein leicht positiver Trend zu verzeichnen, doch ist es noch ein weiter Weg bis zur Geschlechterparität in deutschen Führungs­etagen. So besetzen Frauen aktuell rund 31 Prozent der Aufsichtsratspositionen (2017: 29 Prozent) und 7 Prozent der Vorstandspositionen (2017: 6 Prozent) der 100 größten börsennotierten Unternehmen. Bei den DAX-30-Vertretern liegt der Frauenanteil leicht über dem Durchschnitt – in Aufsichtsräten beträgt er 34 Prozent (2017: 31 Prozent) und in Vorständen 11 Prozent (2017: 11 Prozent). BCG-Partnerin und Studienautorin Nicole Voigt bilanziert: „Die Frauenquote in Aufsichtsräten zeigt Wirkung. Hier ist die Geschlechterparität in greifbarer Nähe. Das legt nahe, dass eine Quote wahrscheinlich auch in Vorständen befördern würde, dass sich Unternehmen systematisch, zielgerichtet und schnell mit dem Thema beschäftigen.“

Die Studie zeigt zudem, dass Diversität nichts mit dem Alter eines Unternehmens zu tun hat. So schneiden jüngere Firmen im Index weder deutlich besser noch deut­lich schlechter ab als Traditionsunternehmen. „Die Behauptung, dass gerade junge Unternehmen hinsichtlich Geschlechtervielfalt besonders aufgeschlossen und fort­schrittlich sind, lässt sich nicht belegen“, erklärt Voigt.

Gehaltslücke in Führungspositionen verkleinert sich
In den Vorständen der größten börsennotierten Unternehmen ist eine deutliche Verbesserung im Hinblick auf Vergütungsgleichheit zu verzeichnen. Wie die Studie zeigt, stiegen die Vorstandsgehälter von Frauen im Vergleich zum Jahr 2017 um neun Prozentpunkte auf 79 Prozent der Männergehälter. Sollte es in der aktuellen Geschwindigkeit weitergehen, könnte in etwas mehr als zwei Jahren eine Gehälter­parität in deutschen Vorständen erreicht werden. In Aufsichtsräten stagniert die Entwicklung der Frauengehälter hingegen. So verdienen Frauen in Aufsichtsräten funktionsübergreifend wie im Vorjahr rund 80 Prozent des durchschnittlichen Gehalts ihrer männlichen Kollegen.

In den höher vergüteten Vorstands- und Aufsichtsratspositionen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. In den 100 analysierten Unternehmen gibt es insgesamt nur zwei weibliche Vorstands- und fünf weibliche Aufsichtsratsvorsitzende – Posten mit üblicherweise besonders hoher Vergütung. Beinahe zwei Drittel der Unternehmen haben nach wie vor keine Frau im Vorstand, und in fünf Unter­nehmen befindet sich keine Frau im Aufsichtsrat. „Wenn Unternehmen den Gender-Pay-Gap komplett schließen wollen, müssen sie noch stärker daran arbei­ten, Frauen in zentrale Vorstandspositionen mit Geschäftsverantwortung und in wichtige Aufsichtsratsausschüsse zu bringen“, sagt Isabell Welpe, Inha­berin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der Technischen Universität München und Co-Autorin der Studie.

Vielfalt sei Chefsache, betonen die Studienautorinnen. „Unternehmen sollten erkennen, dass Vielfalt dem Unternehmenserfolg dient. Zu oft ist Diversität noch ein reines Image-Thema für Konzerne. Dabei lässt sich eine enge Korrelation von Vielfalt in Führungsteams und der Innovationskraft von Unternehmen nachwei­sen“, erklärt Isabell Welpe. „Es ist Aufgabe des Topmanagements, durch gezielte Frauenförderung die Weichen für mehr Geschlechtervielfalt zu stellen. Das kann durch eine auf Diversität ausgerichtete Unternehmenskultur sowie durch einen Mix an Weiterbildungsangeboten gelingen, der Frauen wie Männer mit neuen Techno­logien und Trends vertraut und fit für künftige Führungsaufgaben macht“, ergänzt BCG-Partnerin Nicole Voigt.

Über die Studie
Für die Studie Diversity Champions: BCG Gender Diversity Index 2018 haben die Boston Consulting Group (BCG) und die Technische Universität München (TUM) die 100 größten deutschen Unternehmen untersucht, die in einem der Prime-Indizes (DAX, MDAX, SDAX, TecDAX) gelistet sind und die benötigten Daten zur Berechnung des Indexes veröffentlichen (sortiert nach Marktkapitalisierung zum Stichtag 30. Juni 2018). Der entwickelte Index setzt sich zusammen aus dem Anteil an Männern und Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat des jeweiligen Unternehmens zum Stichtag, sowie der Verteilung der Vergütung in den beiden Gremien nach Ausweis des letzten vollständigen Jahresberichts. Diese vier Faktoren gehen jeweils zu einem Viertel in die Gesamtwertung ein.

Pressekontakt:

Boston Consulting Group   
Felix Wilker   
Media Relations

Tel. +49 89 2317 4775   
wilker.felix@bcg.com   
Ludwigstraße 21   
80539 München

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Nachhaltiger Erfolg erfordert die Kombination aus digitalen und menschlichen Fähigkeiten. Die vielfältigen, internationalen Teams von BCG bringen tiefgreifende Expertise in unterschiedlichen Branchen und Funktionen mit, um Veränderungen anzustoßen. BCG verzahnt führende Management-Beratung mit Expertise in Technologie, Digital und Analytics, neuen Geschäftsmodellen und der übergeordneten Sinnfrage für Unternehmen. Sowohl intern als auch bei Kunden setzt BCG auf Gemeinschaft und schafft dadurch Ergebnisse, die Kunden nach vorne bringen. Das Unternehmen mit Büros in mehr als 90 Städten in über 50 Ländern erwirtschaftete weltweit mit 18.500 Mitarbeitern im Jahr 2018 einen Umsatz von 7,5 Milliarden US-Dollar. Weitere Informationen: www.bcg.de

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