Künstliche Intelligenz: Unternehmen offenbaren große Kluft zwischen Erwartungen und Umsetzung

BCG-Studie: Deutsche Firmen fokussieren sich auf Erstanwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) – liegen bei der umfassenden Anwendung in Prozessen und Produkten aber leicht zurück  85 Prozent der Unternehmen glauben, dass KI ihre Wettbewerbsposition verbessern wird, doch nur 5 Prozent wenden KI bisher umfassend an  Weniger als die Hälfte der Unternehmen erwarten in den nächsten fünf Jahren Jobverluste durch KI

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München – Deutsche Unternehmen nutzen selbstlernende Maschinen, sogenannte Künstliche  Intelligenz (KI) bereits testweise, hinken bei der Umsetzung im globalen Vergleich aber noch leicht hinterher. Das zeigt die Studie Reshaping Business with Artificial Intelligence: Closing the Gap Between Ambition and Action der Strategieberatung The Boston Consulting Group (BCG) und des US-Wirtschaftsmagazins MIT Sloan Management Review. So haben etwa 52 Prozent der deutschen Firmen (global: rund 41 Prozent) Pilotprojekte gestartet oder nutzen KI in ersten Prozessen und Produkten. Nur 4 Prozent hin­gegen haben KI umfassend in ihre Prozesse und Angebote integriert. Damit liegt Deutschland unter dem globalen Durchschnitt (5 Prozent) und hinter den USA (7 Prozent). Für die Studie wurden mehr als 3.000 Führungskräfte, Manager und Analysten aus 21 Industrien in 112 Ländern befragt.

Große Kluft zwischen Erwartungen und Umsetzung
„Die Kluft zwischen Erwartung und Umsetzung bei KI ist sehr groß“, sagt Philipp Gerbert, Senior Partner und Experte für Künstliche e Intelligenz bei BCG. „Wir haben große Abstände zwischen den Vorreitern, die KI bereits um­setzen, und den Nachzüglern gefunden. Die Vorreiter haben ein viel tieferes Verständnis dafür, was nötig ist, um KI zu entwickeln. Zugleich haben sie oft die Unterstützung des Managements auf ihrer Seite und bereits klare Anwendungs­fälle für sich definiert“.

Etwa 85 Prozent der Unternehmen glauben, dass KI ihnen einen Wettbewerbs­vorteil verschaffen kann, rund 75 Prozent sehen in die Chance, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Über umfassende Anwendung von KI in Prozessen und Angeboten verfügen bislang aber gerade einmal 5 Prozent der Unternehmen, und nur 18 Prozent haben KI in ersten Prozessen und Angeboten eingesetzt.

Unternehmen stehen KI weitgehend positiv gegenüber
Generell überwiegen bei den Befragten die positiven Erwartungen an KI: So sehen mehr als 80 Prozent darin eine strategische Chance, während nur etwa 40 Prozent sie als strategisches Risiko werten. Weniger als die Hälfte (47 Pro­zent) der Firmen erwarten in den nächsten fünf Jahren einen Arbeitsplatzabbau durch den zunehmenden Einsatz von KI. Lediglich 31 Prozent der befragten Füh­rungskräfte befürchten, dass Teile ihrer Aufgaben zeitnah durch KI übernom­men werden.

Studie identifiziert vier Unternehmenstypen im Umgang mit KI
Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass man die Unternehmen in vier Typen unterteilen kann, was ihren Umgang mit KI angeht:

  • Pioniere (19 Prozent) eilen voraus – sie verfügen bereits über ein tiefes Verständnis für KI und setzen sie umfassend in ihrem Produktportfolio sowie in internen Prozessen ein.
  • Prüfende (32 Prozent) verfügen über gute Kenntnisse zu KI, beschrän­ken sich aber bislang weitgehend auf Pilotprojekte.
  • Experimentierfreudige (13 Prozent) testen KI und setzen sie nach dem Prinzip „Learning by doing“ ein, ohne tiefe KI-Kenntnisse zu besitzen.
  • Passive (36 Prozent) wenden KI bisher nicht an und haben geringe Kenntnisse in diesem Bereich.

„Unternehmen aus allen Bereichen stehen vor Herausforderungen, wenn es um die Entwicklung von KI geht“, sagt Dr. David Kiron, Chefredakteur der MIT Sloan Management Review und Mitautor der Studie. „Pioniere bringen das not­wendige Verständnis für KI mit. Ihre größten Hürden sind es, die benötigten Talente zu entwickeln und zu verpflichten sowie unterschiedliche Investitions­möglichkeiten zu priorisieren. Im Unterschied dazu müssen passive Firmen erst noch herausfinden, wie ihnen künstliche Intelligenz überhaupt helfen kann. Vielen von ihnen ist noch gar nicht bewusst, welche Herausforderungen auf sie zukommen, wenn es darum geht, KI-Talente zu finden und zu gewinnen.“
Die vollständigen Ergebnisse der Studie Reshaping Business with Artificial Intelligence: Closing the Gap Between Ambition and Action erhalten Sie hier zum Download.

Kontakt:

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