Trotz stabiler Lage stehen Vermögensverwalter vor Herausforderungen

Das Wachstum der Privatvermögen weltweit hat 2013 die Erwartungen übertroffen – insbesondere in den Industrieländern. Dennoch müssen Vermögensverwalter an vielen Fronten aktiv werden, wenn sie in den nächsten Jahren ihre Marktanteile und Gewinne steigern wollen. Zu diesem Ergebnis kommt die BCG-Studie Riding a Wave of Growth: Global Wealth 2014.

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München – Das Wachstum der Privatvermögen weltweit hat 2013 die Erwartungen übertroffen – insbesondere in den Industrieländern. Dennoch müssen Vermögensverwalter an vielen Fronten aktiv werden, wenn sie in den nächsten Jahren ihre Marktanteile und Gewinne steigern wollen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Riding a Wave of Growth: Global Wealth 2014 der Boston Consulting Group (BCG), die gestern in New York vorgestellt wurde. Die jährliche Studie, die bereits zum 14. Mal erscheint, untersucht die Marktgröße, die Performance führender Institute sowie den Status quo im Offshore-Banking. Sie beschreibt die wichtigsten Trends, die das wirtschaftliche Umfeld prägen – etwa die zunehmende Bedeutung digitaler Technologien und die Suche nach optimalen Geschäftsmodellen–, und zeigt Schritte auf, wie die Banken auf dem soliden Ergebnis von 2013 aufbauen können.

"Die größte Herausforderung für Vermögensverwalter in den Industrieländern besteht darin, unter volatilen Wachstumsbedingungen das Beste aus den hohen vorhandenen Assets zu machen", sagt Ludger Kübel-Sorger, Senior Partner und Wealth-Management-Experte bei BCG. "In den aufstrebenden Märkten hingegen geht es darum, sich einen beträchtlichen Anteil der dort entstehenden Vermögen zu sichern. Insgesamt wird sich der Kampf um Assets und Marktanteile bis 2020 weiter verschärfen."

Privates Vermögen wächst weltweit auf 152 Billionen US-Dollar 
2013 wuchsen die privaten Vermögenswerte weltweit um 14,6 Prozent auf insgesamt 152,0 Billionen US-Dollar – 2012 waren sie nur um 8,7 Prozent gewachsen. Haupttreiber waren in beiden Jahren die Performance der Aktienmärkte sowie die Schaffung neuer Vermögen in den Schwellenländern.

Regional betrachtet wurde im asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan) mit 30,5 Prozent das stärkste Wachstum der Privatvermögen erzielt, gefolgt von Osteuropa (17,2 Prozent), Nordamerika (15,6 Prozent), Nahost und Afrika (11,6 Prozent) sowie Lateinamerika (11,1 Prozent zu konstanten Wechselkursen und ohne Berücksichtigung von Währungsabwertungen in vielen lateinamerikanischen Ländern). Langsamer wuchsen die Privatvermögen in Westeuropa (5,2 Prozent) und Japan (4,8 Prozent zu konstanten Wechselkursen, ohne Berücksichtigung des schwächeren Yen). Die BCG-Experten gehen davon aus, dass der asiatisch-pazifische Raum (ohne Japan) Westeuropa als zweitreichste Region 2014 und Nordamerika als reichste Region 2018 überrunden wird. Die globalen Privatvermögen werden in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 5,4 Prozent auf geschätzte 198,2 Billionen US-Dollar bis Ende 2018 anwachsen. In Deutschland belief sich das verwaltete Vermögen von Privatanlegern auf 7,2 Billionen US-Dollar (+4,8 Prozent im Vorjahresvergleich).

Die Gesamtzahl der Millionärshaushalte (in US-Dollar) ist gegenüber 2012 stark angestiegen, und zwar von 13,7 Millionen auf 16,3 Millionen – das entspricht 1,1 Prozent aller Haushalte weltweit. Die meisten Millionärshaushalte gab es erneut in den USA (7,1 Millionen), ebenso die höchste Anzahl neuer Millionäre (1,1 Millionen). Die stabile Schaffung von Vermögen in China spiegelt sich in einem Anstieg der Millionärshaushalte von 1,5 Millionen im Jahr 2012 auf 2,4 Millionen 2013 wider. Die Zahl der Millionärshaushalte in Japan ging von 1,5 Millionen auf 1,2 Millionen zurück, da der Yen im Vergleich zum Dollar 15 Prozent an Wert verlor. Deutschland liegt mit 386.000 Millionärshaushalten weltweit auf dem sechsten Platz.

Die Schweiz bleibt führendes Offshore-Zentrum 
Offshore-Vermögenswerte stiegen 2013 im Vergleich zu 2012 um 10,4 Prozent auf 8,9 Billionen US-Dollar, blieben damit allerdings hinter dem Anstieg der gesamten globalen Privatvermögen (14,6 Prozent) zurück. Der Anteil der Offshore-Vermögen war folglich leicht rückläufig und fiel von 6,1 Prozent auf 5,9 Prozent. Das Offshore-Vermögen wird bis Ende 2018 voraussichtlich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,8 Prozent auf 12,4 Billionen US-Dollar wachsen. Haupttreiber werden dabei insbesondere Investoren in Entwicklungsländern sein, die größere politische und finanzielle Stabilität, anspruchsvollere Wealth-Management-Produkte und -Expertise sowie geographische Diversifikation suchen. Die Schweiz blieb mit 2,3 Billionen US-Dollar an verwalteten Vermögenswerten bzw. 26 Prozent der globalen Offshore-Assets in diesem Bereich führend – ist jedoch wegen der erheblichen Assets aus Industriestaaten stark unter Druck. Ein Teil dieser Vermögenswerte wird voraussichtlich zurückgeführt, sobald verschiedene Regierungen Maßnahmen gegen Steuerflucht einleiten.

Das BCG-Benchmarking hat die Performance von mehr als 130 Instituten untersucht – entweder reine Privatbanken oder Vermögensverwaltungsbereiche großer Universalbanken. Weltweit war auch 2013 für die Wealth-Manager wieder ein Jahr mit ausgezeichnetem Wachstum: Die verwalteten Anlagen (Assets under Management, AuM) stiegen um elf Prozent. Nach dem AuM-Wachstum von 13 Prozent im Jahr 2012 wurde diese Entwicklung in erster Linie von der positiven Entwicklung der Aktienmärkte getragen. Doch trotz des beachtlichen AuM-Wachstums blieben die Gewinnmargen weitgehend unverändert, da die Vermögensverwalter weiterhin mit steigenden Kosten zu kämpfen hatten, insbesondere aufgrund neuer gesetzlicher Vorschriften.

Die anhaltende Entwicklung und Einführung digitaler Kommunikation ver-ändert die Art und Weise, wie Vermögensverwalter ihren Kunden Produkte, Services und Beratung anbieten. Durch neue Technologien können sich Wettbewerbsvorteile verschieben. Bisher konnten jedoch viele Marktteilnehmer die digitalen Technologien noch nicht nutzen, um ihr Gesamtangebot grundlegend zu verbessern. Angesichts weiter steigender Kundenerwartungen sollten Vermögensverwalter daher mehr Wert auf die Entwicklung digitaler Kompetenz und ihrer nahtlosen Integration in die vorhandenen Kanäle und Geschäftsmodelle legen.

"Der Weg, der vor uns liegt, ist nicht leicht", sagt BCG-Experte Ludger Kübel-Sorger. "Vermögensverwalter sind erfolgreich, wenn es ihnen gelingt, das für ihre Ressourcen, Fähigkeiten und Ziele optimale Geschäftsmodell zu finden und ihre Strategie erfolgreich umzusetzen. Wenn sich die Märkte dann noch positiv entwickeln – umso besser."

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Leitung Media Relations
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