Deutlich mehr Pharma- und Medizintechnikfirmen als bislang gelten als Vorreiter in Sachen Innovation

  • Unter den 50 Unternehmen mit dem höchsten Innovationsansehen weltweit rangieren Tech-Firmen auf den vordersten Plätzen
  • Technologieunternehmen Siemens führt Liste der innovativsten Unternehmen aus Deutschland an
  • BCG-Studie analysiert Wahrnehmung von Unternehmen sowie Treiber für deren Innovationskraft

München, 15. April 2021 – Jedes fünfte der weltweit 50 Unternehmen, die als Vorreiter in Sachen Innovation wahrgenommen werden, kommt aus der Pharma- oder Medizintechnikbranche. Damit hat sich ihre Anzahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Das zeigt die Studie „The Most Innovative Companies 2021 – Overcoming the Readiness Gap“, für die die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) weltweit rund 1.600 Innovationsmanager befragt und die Ergebnisse mit Kennzahlen der Unternehmen kombiniert hat. Das diesjährige Ranking der 50 Innovationssieger enthält zehn Firmen, die im medizinischen Bereich aktiv sind, während es 2020 nur vier Unternehmen aus diesen Branchen auf die Liste schafften.

„Die Coronapandemie hat gezeigt, dass Innovation auch in kurzer Zeit und unter schwierigen Bedingungen möglich ist“, sagt Johann Harnoss, Associate Director bei BCG und Autor der Studie. „Viele Pharma- und Medizintechnikunternehmen haben das eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“ So sind mit Pfizer (10), Johnson & Johnson (20), Moderna (42) und AstraZeneca (49) gleich vier Unternehmen in der Liste vertreten, die direkt an der Entwicklung von Corona-Impfstoffen beteiligt waren.

US-Technologieunternehmen dominieren das Ranking

Profiteur des Pharma- und Medizintechnik-Booms ist auch der deutsche Technologie-Konzern Bosch. Das Unternehmen, das bei der Entwicklung von Schnelltests mitgearbeitet hat, konnte sich verbessern und stieg von Rang 33 auf 30 auf. Als innovativstes deutsches und weltweit stärkstes Industrieunternehmen liegt Siemens auf Rang elf und verbessert sich damit im Vergleich zum Vorjahr um zehn Plätze. Weitere deutsche Vertreter sind Adidas (34, Konsumgüter), SAP (40, Software) und Bayer (50, Pharma). „Die Vielseitigkeit der deutschen Wirtschaft ist und bleibt eine Stärke, das zeigen die verschiedenen vertretenen Branchen. Gleichzeitig beobachten wir hierzulande aber noch Aufholbedarf beim Thema Innovation, vor allem in der Breite“, sagt Harnoss. So zeigt die Befragung, dass nur 30 Prozent der deutschen Unternehmen die strategische Priorität von Innovation auch durch entsprechende Investitionen untermauern, während dies weltweit 49 Prozent tun.

In diesem Jahr kommen 15 der 20 bestplatzierten Unternehmen aus der Technologie- oder Softwarebranche. Die ersten vier Plätze belegen wie bereits 2020 die Technologieunternehmen Apple, Google-Mutternkonzern Alphabet, Amazon und Microsoft. Der Automobilhersteller Tesla stieg von Rang elf auf den fünften Platz auf. Beim Blick auf die Herkunft der Unternehmen wird ein Schwerpunkt in den USA deutlich. 27 der 50 gewählten Firmen kommen aus den Vereinigten Staaten, dahinter folgen Asien mit zwölf Unternehmen (davon fünf aus China) und Europa mit elf.

Die Befragung zeigt, dass europäische Firmen im internationalen Vergleich deutlich weniger in Innovationen investieren. 48 Prozent der europäischen Unternehmen planen, ihre Innovationsausgaben in diesem Jahr zu erhöhen, während der Anteil in China (79 Prozent) und den USA (69 Prozent) deutlich höher ist. Dabei haben die Erfahrungen mit der Coronapandemie die Bedeutung von Innovationen insgesamt hervorgehoben. Bei 75 Prozent der von BCG befragten Unternehmen zählt Innovation heute zu den drei wichtigsten strategischen Prioritäten, im vergangenen Jahr waren es noch 65 Prozent.

Vielfalt macht Unternehmen innovativer

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die 50 innovativsten Unternehmen zudem eine signifikant größere kulturelle und Geschlechtervielfalt aufweisen als der Durchschnitt der weltweit 1000 größten Unternehmen. Die Betrachtung der Rankings der vergangenen 15 Jahre im Zeitverlauf zeigt, dass Diversität eine größere Innovationskraft bewirkt, jedoch umgekehrt kein klarer Zusammenhang besteht. Denn die Unternehmen zeichneten sich bereits vor ihrem Einstieg in die Bestenliste durch eine größere Vielfalt aus, die nicht weiter stieg, sobald die Firmen dort vertreten waren. „Unternehmen, die den Wert von Diversität in all ihren Facetten erkannt haben, sind in der Folge häufig auch innovativer. Wer vielfältige Teams aufbaut, hat größere Chancen, als Innovationsführer erfolgreich im Markt zu sein“, sagt Harnoss.

Die Ergebnisse der Studie zeigen zudem, dass als innovativ wahrgenommene Unternehmen auch erfolgreicher an der Börse sind. Die Aktienrendite der 50 Unternehmen auf der Liste der „Most Innovative Companies“ lag im Jahr 2020 um 17 Prozentpunkte höher als die des MSCI World Index. Selbst, wenn man große Technologie-Firmen wie Apple und Amazon aus der Analyse ausschließt, beträgt der Unterschied noch 13 Prozentpunkte. Die Berechnungen von BCG ergaben zudem, dass Innovationsführer rund dreimal so hohe Renditen aus Innovation erzielen wie Unternehmen, die weniger innovativ sind.

„Immer mehr Unternehmen haben erkannt, wie wichtig Innovationsfähigkeit ist“, resümiert Johann Harnoss. „Die Herausforderung besteht nun darin, diese Erkenntnis auch in konkrete Wertschöpfung zu übersetzen, was aktuell aber nur einem Fünftel der Unternehmen gelingt. Von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Innovationskultur sind drei Faktoren: sie sollte strategiebasiert, CEO-getrieben und datengestützt sein“, erläutert Harnoss.

Sie können die Studie hier herunterladen.

Über BCG

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Weitere Informationen: http://www.bcg.de

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