Global Payments 2018: Reimagining the Customer Experience

Deutsche bleiben Münzen und Scheinen treu

Anzahl bargeldloser Zahlungen in Deutschland wächst langsamer als der internationale Durchschnitt, zeigt eine neue BCG-Studie // Osteuropäische Länder überholen Deutschland bei Kartenzahlungen // Weltweiter Trend zur bargeldlosen Bezahlung treibt Ertragsentwicklung im Geschäft mit der Zahlungsabwicklung

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Düsseldorf – Das bargeldlose Bezahlen entwickelt sich in Deutschland langsamer als im internationalen Vergleich. Die Anzahl der bargeldlosen Zahlungen stieg zwischen 2010 und 2017 um durchschnittlich 3,4 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: In China lag dieser Wert im selben Zeitraum bei 34,6 Prozent. Der Gesamtwert der bargeldlosen Transaktionen in Deutschland war im Schnitt sogar um 2,9 Prozent pro Jahr rückläufig. Das zeigt der Report Global Payments 2018 – Reimagining the Customer Experience der Boston Consulting Group (BCG).

„Die Deutschen sind nach wie vor Bargeld-Liebhaber“, sagt Holger Sachse, BCG-Partner und Leiter Retail Banking in Zentraleuropa. „Das liegt daran, dass lange Zeit Sicherheitsbedenken gegenüber elektronischen Zahlungen bestanden, insbesondere Angst vor einem Missbrauch der Daten.“ Die Zahlen zeigen aber auch, dass die bargeldlos bezahlten Beträge im Schnitt kleiner werden. „Damit liegt Deutschland im globalen Trend“, erläutert Michael Strauß, Partner bei BCG und verantwortlich für den Bereich Transaction Banking in Zentraleuropa. „Wir gehen davon aus, dass der durchschnittliche Wert bargeldloser Retail-Bezahlungen bis zum Jahr 2027 global bei 54 US-Dollar liegen wird.“ 2017 waren es im Schnitt 97 US-Dollar.

Osteuropa überholt Deutschland bei Kartenzahlungen

Die Loyalität der Deutschen zu Münzen und Scheinen wird auch bei der Betrachtung der Kartenzahlungen deutlich. Im europäischen Vergleich fällt Deutschland bei den Kartenzahlungen pro Kopf von Rang 20 im Jahr 2010 auf Rang 29 im Jahr 2017 zurück.

Bei Kartenzahlungen haben vor allem osteuropäische Länder wie Polen und Tschechien, aber auch Russland Boden gut gemacht – sie alle haben Deutschland überholt. Die meisten Kartenzahlungen pro Einwohner werden in Europa nach wie vor in skandinavischen Ländern getätigt.

Umsatzplus im Zahlungsverkehr von einer Billion US-Dollar

Insgesamt hat das Geschäft mit Zahlungsabwicklungen zugelegt. Gestützt von der günstigen Wirtschaftsentwicklung sind die Erträge für Zahlungsverkehrsdienstleister seit 2010 jährlich um durchschnittlich 6,8 Prozent gestiegen und erreichten 2017 ein Gesamtvolumen von 1,27 Billionen US-Dollar. Die Prognosen für die nächsten zehn Jahre sind ebenfalls rosig. BCG erwartet bis zum Jahr 2027 eine Steigerung auf 2,42 Billionen US-Dollar, also ein Plus von weltweit mehr als einer Billion US-Dollar. „Treiber dieser Entwicklung sind vor allem aufstrebende Volkswirtschaften“, analysiert BCG-Partner Strauß. Mehr als 70 Prozent des Wachstums werde aus diesen Ländern kommen, allein 26 Prozent aus China. Für Deutschland prognostizieren die Experten ein durchschnittliches Ertragswachstum von 3,2 Prozent.

Fintechs und Tech-Konzerne setzen traditionelle Anbieter unter Druck

„Zahlungsabwickler, die an dieser Entwicklung teilhaben wollen, verbessern die Kundeninteraktion“, sagt Holger Sachse. „Digitale Vorreiter haben Standards geschaffen, die viele Kunden bei der Zahlungsabwicklung ihrer Bank vermissen.“ Dazu gehören die Neugestaltung des Online-Kaufprozesses, die Einführung intelligenter Authentifizierungsstandards und die Förderung kontaktloser Zahlungen, um eine schnellere Interaktion zu ermöglichen. Den Händlern sollten die Banken integrierte und über verschiedene Kanäle funktionierende Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Sie suchen nach Transaktionsanbietern, die sogenannte „Plug-and-Play“-Funktionen bereitstellen, welche die Integration von Zahlungssystemen in ihre eigenen Abläufe erleichtern.

„Die großen Potenziale und technischen Möglichkeiten werden dazu führen, dass immer mehr Unternehmen in der Zahlungsabwicklung um Kunden werben“, sagt Michael Strauß. „Für traditionelle Anbieter gilt es Rückstände aufzuholen, ihre Daten- und Analysefähigkeiten auszubauen und ein reibungsloses Kundenerlebnis zu schaffen, wenn sie sich im Markt behaupten wollen.“

Über die Studie

Der jährliche Global Payments Report analysiert die Entwicklungen des Marktes für Zahlungsabwicklungen und erscheint dieses Jahr in der 16. Ausgabe. Er basiert unter anderem auf Daten von SWIFT und Auswertungen des BCG Global Payment Models. Die diesjährige Studie kann hier heruntergeladen werden:

Global Payments 2018: Reimagining the Customer Experience

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