Acht von zehn Industrieunternehmen weltweit wollen bis 2050 klimaneutral sein

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  • Befragung von etwa 1.800 Managern zeigt, dass sechs von zehn Industrieunternehmen die Resilienz ihrer Produktion stärken wollen
  • Digitalisierung ist der Schlüssel für alle Wettbewerbsfaktoren, doch nur 16 Prozent der Unternehmen konnten damit bisher Wert schaffen
  • „Zero-based“-Ansatz ist notwendig für eine kosteneffiziente, nachhaltige und resiliente Produktion

Wien, 15. April 2021 – Für produzierende Unternehmen sind zunehmend Resilienz und Nachhaltigkeit wichtige Faktoren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das zeigt die Studie The Zero-based Factory der Boston Consulting Group (BCG), für die weltweit etwa 1.800 Manager aus der Industrie befragt wurden. Zwar gaben 65 Prozent der Firmen an, dass die Reduzierung von Kosten bei gleichbleibender Qualität für sie wichtiger geworden ist – und legen damit ein Augenmerk auf klassische Wettbewerbsfaktoren. Gleichzeitig haben sich jedoch weltweit auch 79 Prozent der befragten Unternehmen Netto-Null-Emissionen bis 2050 zum Ziel gesetzt. Darüber hinaus wollen 63 Prozent die Resilienz ihrer Produktion stärken.

„Wettbewerbsfähigkeit bedeutet heutzutage mehr als nur niedrige Kosten und hohe Produktqualität“, sagt Daniel Küpper, BCG-Partner und Studienautor. „Nicht zuletzt aufgrund ihrer Erfahrungen mit der Coronapandemie haben Industrieunternehmen erkannt, dass eine nachhaltige und resiliente Produktion immer wichtiger wird, um im Markt zu bestehen.“

Die österreichische Industrie legt nach wie vor einen hohen Wert auf Kosten und liegt damit im internationalen Trend: So ist dies hierzulande für 65 Prozent wichtiger geworden, in den USA und China sind es jeweils 66 bzw. 64 Prozent. Im Hinblick auf die Klimaziele liegt das produzierende Gewerbe in Österreich ebenfalls im weltweiten Durchschnitt von 79 Prozent, jedoch deutlich hinter anderen Nationen. So wollen 83 Prozent der befragten deutschen Unternehmen bis 2050 klimaneutral werden. Der Anteil ist in China (98 Prozent), Japan (95 Prozent) oder Frankreich (90 Prozent) weitaus höher.

Digitalisierung als Schlüssel für alle drei Wettbewerbsfaktoren

„Digitalisierung ist der entscheidende Schlüssel, um in der Industrie über alle Wettbewerbsfaktoren hinweg erfolgreich zu sein“, erläutert Küpper. Laut BCG-Studie haben 86 Prozent der österreichischen Industrieunternehmen Erfahrungen im Bereich Industrie 4.0 gemacht. Damit liegt Österreich hinter China (90 Prozent), Deutschland (88 Prozent) sowie Frankreich, Polen und den USA (jeweils 87 Prozent). Die Studie zeigt jedoch auch, dass nur 16 Prozent der österreichischen Firmen bislang einen echten Mehrwert aus Anwendungen im Bereich Industrie 4.0 generieren konnten. In den USA (17 Prozent) und China (16 Prozent) gelingt es einem ähnlich geringen Anteil der Industrieunternehmen, die Vorteile der digitalisierten Produktion voll zu nutzen.

Als Hürden für die Skalierung von Industrie 4.0 sehen österreichische Firmen vor allem einen Mangel an Fähigkeiten und einer ausreichenden Datenbasis im eigenen Unternehmen. Auch Bedenken beim Thema Datenschutz wurden im Rahmen der Befragung in Österreich wie auch global als eines der häufigsten Hindernisse genannt. „Das Rennen bei der Nutzung industrieller Daten ist nach wie vor offen“, so Küpper. „Österreich kann sich in diesem Bereich eine gute Position erarbeiten.“

Planung auf dem weißen Blatt Papier als Grundlage für Investitionen

Um alle Wettbewerbsfaktoren erfolgreich ausgestalten zu können, sind Investitionen in der Industrie erforderlich. Die Boston Consulting Group hat hierfür ein Modell entwickelt, bei dem das Zielbild einer idealen, neuen Fabrik („Zero-based Factory“) mit dem Status Quo abgeglichen wird. Dadurch können produzierende Unternehmen zielgerichtetere Investitionsentscheidungen treffen. Wesentliche Gestaltungskriterien reichen hierbei von Standort und Größe der Fabrik über die Entscheidung über Eigenfertigung oder Fremdbezug („Make or buy“) bis hin zum Grad der Automatisierung. Auf die beiden letzten Kriterien sowie auf den Grad der Digitalisierung legen deutsche Unternehmen laut Befragung den größten Wert beim Zielbild einer idealen Fabrik.

„Der Zero-based Ansatz ist essenziell, um neben der Reduzierung von Kosten auch Resilienz und Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktoren in den Fokus zu rücken. Unternehmen, die diese Faktoren erfolgreich kombinieren, werden langfristig im Markt bestehen“, erläutert Küpper.

Über BCG

Die Boston Consulting Group (BCG) unterstützt führende Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft in partnerschaftlicher Zusammenarbeit dabei, Herausforderungen zu meistern und Chancen zu nutzen. Seit der Gründung 1963 leistet BCG Pionierarbeit im Bereich Unternehmensstrategie. Die Boston Consulting Group hilft Kunden, umfassende Transformationen zu gestalten: Die Beratung ermöglicht komplexe Veränderungen, eröffnet Wachstumschancen, schafft Wettbewerbsvorteile, ver-bessert die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit und bewirkt so dauerhafte Verbesserungen des Geschäftsergebnisses.

Nachhaltiger Erfolg erfordert die Kombination aus digitalen und menschlichen Fähigkeiten. Die vielfältigen, internationalen Teams von BCG bringen tiefgreifende Expertise in unterschiedlichen Branchen und Funktionen mit, um Veränderungen anzustoßen. BCG verzahnt führende Management-Beratung mit Expertise in Technologie, Digital & Analytics, neuen Geschäftsmodellen und der übergeordneten Sinnfrage für Unternehmen. Sowohl intern als auch bei Kunden setzt BCG auf Gemeinschaft und schafft dadurch Ergebnisse, die Kunden nach vorne bringen. Das Unternehmen mit Büros in mehr als 90 Städten in über 50 Ländern erwirtschaftete weltweit mit 22.000 Mitarbeitern im Jahr 2020 einen Umsatz von 8,6 Milliarden US-Dollar.

Weitere Informationen: http://www.bcg.at

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