- Globales Finanzvermögen legt 2025 um 10,7 Prozent auf 333 Billionen US-Dollar zu – stärkste Wachstumsrate seit 2021
- Sachwertvermögen steigen weltweit um 7,4 Prozent auf 281 Billionen US-Dollar, Verbindlichkeiten erhöhen sich leicht auf 64 Billionen US-Dollar
- Finanzvermögen der Schweiz steigt um 16,1 Prozent auf 4,2 Billionen US-Dollar – stärkstes Wachstum in Westeuropa
- Rund 1'000 ‚Superreiche' besitzen hierzulande 22,4 Prozent des gesamten Schweizer Finanzvermögens – das sind um die 200 mehr als im Vorjahr
- Hongkong überholt die Schweiz als Finanzplatz Nummer eins getrieben durch starken Wachstums China
- Generationaler Vermögenstransfer und Künstliche Intelligenz prägen die Zukunft des Wealth Managements
Zürich—Das weltweite Nettovermögen ist im Jahr 2025 um 9,3 Prozent gestiegen – auf 550 Billionen US-Dollar. Der Zuwachs stammt vor allem aus höheren Finanzvermögen (Bargeld, Kontoguthaben, Schuldverschreibungen, Aktien und Investmentfonds sowie Pensionen), die weltweit um 10,7 Prozent auf 333 Billionen US-Dollar wuchsen – getrieben von starken Aktienmärkten, einer Erholung der Anleihekurse und Währungseffekten. Auch die Sachwertvermögen (Immobilien, Edelmetalle und andere physische Anlagen) legten in diesem Jahr zu – um 7,4 Prozent auf 281 Billionen US-Dollar. Die Verbindlichkeiten stiegen leicht auf 64 Billionen US-Dollar. Das sind Ergebnisse des BCG Global Wealth Report 2026: The Great Reordering, der in diesem Jahr zum 26. Mal erscheint. Michael Kahlich, BCG-Partner in Zürich und Co-Autor der Studie, sagt: „2025 war ein aussergewöhnlich starkes Vermögensjahr. Finanzmärkte und Sachwerte haben gleichermassen deutlich zugelegt – doch davon profitieren nicht alle Regionen und Anlegergruppen.“ Das Wachstum der Sachwerte kam dabei weniger von einem Boom als von sich stabilisierenden Immobilienpreisen und einer leichten Erholung der Wohnraumnachfrage.
Die USA liegen mit 147 Billionen US-Dollar weiterhin deutlich an der Spitze des Rankings der Finanzvermögen. Im Vermögens-Ranking (Financial Wealth) hinter den Vereinigten Staaten folgen China (41,5 Billionen USD), Japan (15,6 Billionen USD) und Deutschland (12,4 Billionen USD). Regional wuchs Westeuropa mit 15,3 Prozent am stärksten, gefolgt von China (+15 Prozent) und dem Nahen Osten und Afrika (+12,3 Prozent). Nordamerika legte um 7,4 Prozent zu. Die sogenannten Cross-Border-Assets – Vermögen, das Anleger bei Banken und Vermögensverwaltern im Ausland anlegen – stiegen um 8,4 Prozent auf 15,7 Billionen US-Dollar.
Schweizer Vermögen steigen kräftig – Finanzvermögen wächst 16,1 Prozent
Das Gesamtnettovermögen der Schweizerinnen und Schweizer stieg 2025 von 5,6 Billionen auf 6,5 Billionen US-Dollar. Die Finanzvermögen legten auf 4,2 Billionen US-Dollar zu (+16,1 Prozent), die Sachwerte – vor allem Immobilien – stiegen auf 3,6 Billionen US-Dollar. Die Verbindlichkeiten stiegen leicht auf 1,3 Billionen US-Dollar. Beim Finanzvermögen legten Aktien und Fonds 2025 am stärksten zu, getrieben von steigenden Börsenkursen und verbesserter Anlegerstimmung. Anleihemärkte erholten sich nach den Kursverlusten der Vorjahre. Mehr als die Hälfte der Vermögen sind hierzulande nach wie vor in Sachwerte investiert (3,6 Billionen US-Dollar). Hinzu kommt ein Währungseffekt: Der Schweizer Franken wertete 2025 gegenüber dem Dollar um rund 11,3 Prozent auf, was die in US-Dollar ausgewiesenen Schweizer Vermögen zusätzlich erhöht – ein Teil des Wachstums spiegelt damit die Aufwertung wider, nicht realen Vermögenszuwachs.
Bis 2030 prognostiziert der Report ein Schweizer Nettovermögen von 8,2 Billionen US-Dollar. Die Schweiz wächst dabei im Einklang mit dem westeuropäischen Durchschnitt, profitiert jedoch strukturell von ihrer Rolle als stabiler, politisch neutraler Finanzplatz und einem tiefen Zinsniveau, das Kapitalmarktanlagen begünstigt. „Der Schweizer Finanzplatz konkurriert in erster Linie über Qualität und Vertrauen. Wir sehen täglich, was dabei den Unterschied macht: Kundenbeziehungen, die über Generationen gewachsen sind, ein stabiles wirtschaftliches Fundament und der Wille zur Innovation", sagt BCG-Partner Kahlich.
Fast 97'000 „Superreiche“ weltweit – rund 1'000 in der Schweiz
Weltweit gibt es rund 97'000 „Ultra High Net Worth Individuals" (UHNWI). Diese Superreichen besitzen jeweils mehr als 100 Millionen US-Dollar Finanzvermögen. Die meisten davon leben in den USA (37'000), gefolgt von China (11'100). In der Schweiz zählt der Report rund 1'000 Superreiche – auf diese Minderheit entfällt 22,4 Prozent des gesamten Schweizer Finanzvermögens.
Dem gegenüber stehen rund 5,1 Millionen Schweizerinnen und Schweizer mit einem Finanzvermögen von unter 250'000 US-Dollar. Zusammengerechnet gehört dieser Gruppe 8,7 Prozent des gesamten Finanzvermögens im Land. Dazwischen: rund 1.6 Millionen Personen im sogenannten Affluent-Segment, die gemeinsam 20,1 Prozent des Finanzvermögens halten. Die rund 700'000 Hochvermögenden (1–100 Millionen US-Dollar) vereinen gemeinsam mit den Superreichen rund 71 Prozent des gesamten Finanzvermögens in der Schweiz auf sich. Die „Finanzialisierung" des Vermögens – also die Verlagerung von Immobilien und Einlagen hin zu Wertpapieren, Fonds und Private Equity – begünstigt vor allem die oberen Segmente. BCG-Prognosen zeigen: Bis 2030 wird der Anteil der Superreichen am Schweizer Finanzvermögen weiter steigen. „Die Konzentration des Vermögens an der Spitze nimmt weiter zu – wer mehr hat, kann breiter streuen und in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren. Das beschleunigt den Vermögensaufbau strukturell", erklärt BCG-Partner Kahlich.
Hongkong zieht erstmals mit der Schweiz gleich – getrieben durch chinesische Kapitalflüsse; Schweiz bleibt der globale Safe-Haven-Standort
2025 verstärkten sich die grenzüberschreitenden Vermögensflüsse: Geopolitische Spannungen, Handelsunsicherheiten und die Suche nach Diversifikation trieben Anleger verstärkt ins Ausland. Die sogenannten Cross-Border-Assets sind im Jahr 2025 um 8,4 Prozent auf 15,7 Billionen US-Dollar weltweit angewachsen. Die zehn grössten Buchungszentren vereinen dabei knapp 90 Prozent aller Nettoneuzuflüsse auf sich. „Im grenzüberschreitenden Vermögensgeschäft sehen wir eine stärkere Regionalisierung der Kapitalströme – mit Hongkong als Gewinner in Asien und der Schweiz als Stabilitätsanker in Europa“, sagt Wealth-Management-Experte Kahlich.
Erstmals hat Hongkong die Schweiz als weltweit grösstes „Booking Center“ überholt. Beide verwalten je 2,9 Billionen US-Dollar an ausländischen Vermögen, Hongkong wuchs mit +10,7 Prozent jedoch schneller als die Schweiz (+7,6 Prozent) – getrieben durch Zuflüsse vom chinesischen Festland. Die Schweiz bleibt jedoch ein zentraler und hochdiversifizierter Finanzplatz – gerade in einem geopolitisch unsicheren Umfeld gewinnt sie als stabiler und neutraler Standort weiter an Bedeutung. An dritter Stelle folgt Singapur mit 2,1 Billionen US-Dollar (+10,3 Prozent). Damit verzeichneten Hongkong und Singapur neben den Arabischen Emiraten (+11,1 Prozent auf 721 Milliarden US-Dollar) das höchste prozentuale Wachstum. Das Wachstum in den USA fiel – gebremst durch Zollunsicherheiten und den schwächeren US-Dollar – mit +7,7 Prozent auf 1,6 Billionen US-Dollar vergleichsweise moderat aus. Grossbritannien erreichte mit einem Plus von 7,0 Prozent erstmals die Marke von 1,0 Billion US-Dollar, dürfte künftig aufgrund steuerlicher Änderungen jedoch langsamer wachsen. „Dass Hongkong die Schweiz erstmals als grössten Buchungsstandort überholt hat, liegt in erster Linie am starken Wachstum Chinas. Die Schweiz bleibt derweil der zentrale Safe-Haven-Standort für Investoren aus der ganzen Welt, getragen von politischer Stabilität, regulatorischer Verlässlichkeit und einem über Jahrzehnte gewachsenen Talent- und Know-how-Pool. Wir sehen zum Beispiel in den letzten Zwölf Monaten wieder einen deutlichen Anstieg des Interesses von Kunden, die sich angesichts der Unsicherheiten im Nahen Osten breiter diversifizieren wollen", sagt BCG-Partner Kahlich.
Vermögensverwalter stehen vor strukturellem Wandel
Künstliche Intelligenz löst nach BCG-Einschätzung einen strukturellen Wandel im Wealth Management aus. KI verändert die Kapazitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Neukundengewinnung über die Anlageberatung und Kundenbetreuung bis hin zur Automatisierung von Compliance und operativen Prozessen. Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell konsequent um KI herum neu gestalten, werden erhebliche Kosten- und Wachstumsvorteile erzielen. „Wer KI nur als Ergänzung zu bestehenden Prozessen einsetzt, wird strukturell zurückfallen“, sagt Michael Kahlich. „Institute, die ihre Prozesse frühzeitig neu aufstellen, werden deutlich produktiver und profitabler arbeiten.“
Parallel zum Generationenwechsel in der Schweiz steht auch in Asien ein grosser Vermögenstransfer bevor. Dort vollzieht sich erstmals ein generationaler Erbschaftszyklus: Viele Gründergenerationen nähern sich dem Ende ihrer aktiven Lebensphase – häufig ohne strukturierten Nachfolgeplan. Vermögensverwalter, die ihr Mandat entsprechend erweitern, werden als Partner unersetzlich. „Für Banken und Wealth Manager beginnt jetzt der wichtigste Generationenwechsel seit Jahrzehnten“, sagt Kahlich.
Kontakt
Boston Consulting Group
Barbara Naef
Head of Marketing & Communications Switzerland
Tel. +41 79 373 8942
Über die Studie
Mit dem Global Wealth Report untersucht die Boston Consulting Group jährlich die weltweite Entwicklung privater Finanzvermögen, Sachwerte sowie Verbindlichkeiten. Die Analyse umfasst aktuell 97 Märkte, auf die zusammen 98 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts entfallen, und berücksichtigt Daten von mehr als 100 Banken und Wealth Managern. Die Angaben sind währungsbereinigt in US-Dollar, jährlich angepasst auf Basis der tatsächlichen Wechselkursentwicklung. Die diesjährige Studie ist die 26. Ausgabe.
Über BCG
Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine weltweit führende Unternehmensberatung. Gemeinsam mit Führungskräften aus Wirtschaft und Gesellschaft treiben wir tiefgreifende Transformationen voran. Seit der Gründung 1963 leistet BCG Pionierarbeit im Bereich Unternehmensstrategie. Unser Ziel: Organisationen so stärken, dass sie wachsen, nachhaltige Wettbewerbsvorteile entwickeln und positiven gesellschaftlichen Wandel gestalten können.
BCG steht für erstklassige Strategieberatung mit Technologiekompetenz sowie unternehmerischer Umsetzungskraft – von digitalen Geschäftsmodellen bis zu Corporate Ventures. Unsere internationalen Teams vereinen Branchenwissen, funktionale Expertise und vielfältige Perspektiven – sie hinterfragen den Status quo und setzen Impulse für echte Veränderung. Unser Beratungsmodell ist einzigartig: Es setzt auf enge Zusammenarbeit innerhalb unserer Teams und bei unseren Kunden – über alle Organisationsebenen hinweg.
BCG ist mit rund 33.500 Mitarbeitende in über 100 Städten und mehr als 50 Ländern vertreten. Weltweit erzielte BCG im Jahr 2025 einen Umsatz von 14,4 Milliarden US-Dollar.
Weitere Informationen: www.bcg.com