Jung, digital und kapitalmarktaffin – die Emerging Affluents bleiben eine zentrale „Must-Win“-Kundengruppe für Banken. Die im Schnitt 30-jährigen Berufstätigen mit einem Jahreseinkommen zwischen 80.000 und 200.000 Euro interessieren sich stark für den Kapitalmarkt und investieren einen immer größeren Teil ihres Vermögens: Inzwischen sind 58 Prozent ihres liquiden Vermögens angelegt.
Gleichzeitig verlieren etablierte Banken zunehmend den Zugang zum Wertpapiergeschäft dieser Kundengruppe. Während Filial- und Direktbanken 2023 gemeinsam noch gut 60 Prozent der Depotverbindungen hielten, sind es heute nur noch 41 Prozent. Auf (Neo-)Broker entfallen mittlerweile 59 Prozent. Dabei bleibt die Hauptbankverbindung überwiegend bei etablierten Häusern – das Vermögen wandert jedoch zunehmend zu anderen Anbietern.
Eine zentrale Chance liegt in KI-gestützten Investmentangeboten: Mehr als 90 Prozent der Emerging Affluents nutzen entsprechende Tools bereits oder können sich vorstellen, sie künftig einzusetzen. Besonders gefragt sind Anwendungen, die Transparenz schaffen und eigene Entscheidungen unterstützen – etwa automatische Portfolioanalysen, Steueroptimierung oder die Erklärung von Wertentwicklungen anhand aktueller Marktereignisse. Gleichzeitig wünschen sich die Kunden ein hybrides Modell: digitale Angebote im Alltag, kombiniert mit menschlicher Unterstützung bei Bedarf.
Für etablierte Banken reicht es deshalb nicht mehr, lediglich bei Preis, Benutzerfreundlichkeit und digitalem Zugang aufzuholen. Entscheidend wird, digitale Exzellenz mit intelligenter, KI-gestützter Unterstützung zu verbinden und bestehende Kundenbeziehungen stärker für das Investmentgeschäft zu nutzen.
Vor diesem Hintergrund zeigen wir, wie Banken ihre Stärken bei Vertrauen, Daten und Beratung ausspielen können, um die Emerging Affluents wieder stärker für sich zu gewinnen.