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Berlin—Die Berliner Philharmoniker sind Weltspitze in der klassischen Musik und ein echter Global Player. Auf zwei bis drei Milliarden Euro beziffert eine neue Studie der Boston Consulting Group (BCG) ihren hypothetischen Wert – vergleichbar mit einem Champions-League-Club oder einem Formel-1-Team. Die Unternehmensberatung hat erstmals systematisch die kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Wirkung des Orchesters untersucht. Eine der wichtigsten Erkenntnisse: „Klassische Musik hat oft ein falsches Etikett: teuer, elitär, Nische. Die Berliner Philharmoniker beweisen das Gegenteil“, so Benjamin Desalm, Partner bei BCG und Mitautor der Studie. „Sie sind ein effizienter Kulturbetrieb und eine Institution mit erheblicher wirtschaftlicher Wirkung, und das seit mehr als 140 Jahren.“

Internationale Strahlkraft und Innovationen als Teil der Identität

Die Berliner Philharmoniker gehören zu den bekanntesten deutschen Kulturinstitutionen weltweit: Ihr Anteil an der internationalen Medienberichterstattung über deutsche Kulturinstitutionen – der sogenannte Share of Voice (SoV) – liegt bei 32 Prozent. Ein starker Wert, der nur vom Goethe-Institut übertroffen wird (39 Prozent). Das Ensemble gastierte bereits in mehr als 50 Ländern, erreicht jährlich allein in Berlin rund 250.000 Besucher und ist mit 3,1 Millionen Followern das reichweitenstärkste Spitzenorchester der Welt auf Social Media (in Summe auf Facebook, Instagram und YouTube, Stand März 2026).

Dazu trägt auch die technische Innovationskraft des Orchesters bei: Die Philharmoniker haben neue Medien früh genutzt und weiterentwickelt, um Musik über den Konzertsaal hinaus zugänglich zu machen: „Neue Medien gehören seit langem zu unserer Arbeit – von frühen Tonträgern und Filmaufnahmen bis zur Digital Concert Hall, mit der wir Konzerte weltweit streamen. Heute in 4K-Bildqualität und mit immersivem Klang. Für uns ist das ein zentraler Teil unseres Auftrags: Musik auf höchstem Niveau zu machen, die über den Konzertsaal hinaus zugänglich ist“, sagen Olaf Maninger und Philipp Bohnen, Medienvorstände der Berliner Philharmoniker.

Effizienter Kulturbetrieb mit großer Wertschöpfung

Auch wirtschaftlich ist der Betrieb außergewöhnlich solide aufgestellt. Mit einer Eigenfinanzierungsquote von 55 Prozent übertreffen die Berliner Philharmoniker andere deutsche Orchester deutlich, deren Werte meist zwischen 25 und 35 Prozent liegen. Die Berliner Philharmoniker sind ein effizient geführter Kulturbetrieb, was sich auch in der gesamtwirtschaftlichen Wirkung des Orchesters zeigt: Jeder Euro öffentlicher Zuwendung generiert einen Wert von bis zu drei Euro – denn das Orchester beschäftigt Mitarbeitende, vergibt Aufträge an lokale Dienstleister und zieht ein Publikum an, das Hotellerie, Gastronomie und Mobilität der Stadt belebt.

Bei den Berliner Philharmonikern gehören künstlerische Exzellenz und gesellschaftliche Verantwortung untrennbar zusammen. Mit seinem Education- & Outreach-Programm – Konzerten, Workshops und Projekten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – setzt das Orchester auf kulturelle Teilhabe unabhängig vom sozialen Hintergrund. 2025 erreichte das Programm rund 50.000 Teilnehmende, fast doppelt so viele wie noch 2023. Zudem kamen rund 125.000 Menschen zu Konzerten und Veranstaltungen im Rahmen des Programms. Hinzu kommt die Karajan-Akademie, ein Förderprogramm für junge Musikerinnen und Musiker, das diese auf eine internationale Karriere vorbereitet.

Verantwortung für die nächste Generation

Die Arbeit der Berliner Philharmoniker demonstriert somit eindrucksvoll, was Kultur für die Gesellschaft leisten kann. Alexander Roos, Senior Partner bei BCG und ebenfalls Mitautor der Studie, ist überzeugt: „Spitzenkultur ist kein Luxus, den man sich leisten kann oder eben nicht. Sie schafft durch ihre Strahlkraft Identifikationsflächen, sie fungiert als Botschafter in der Welt und sie schafft einen nachhaltigen, messbaren Mehrwert.“ Auch Intendantin Andrea Zietzschmann teilt diese Einschätzung: „Ein Orchester wie die Berliner Philharmoniker wirkt nicht nur auf der Bühne. Es bildet aus, öffnet Türen, begeistert Publikum und übernimmt umfassend Verantwortung – für die Stadt, für die Zukunft der Musik und für die Gesellschaft.“

Pressekontakt:

Felix Kupferer
Media Relations Specialist
T +49 151 67014360

Über die Untersuchung

Der Report „Mut und Exzellenz – Der kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Wert der Berliner Philharmoniker“ wurde von der Boston Consulting Group (BCG) erstellt. Er basiert auf internen Betriebs- und Finanzdaten, Medien- und Reichweitenanalysen, Vergleichen mit anderen Kulturinstitutionen sowie volkswirtschaftlichen Modellrechnungen. Ziel war es, die kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Wirkung der Berliner Philharmoniker erstmals umfassend und datenbasiert zu untersuchen. Zur Abschätzung des institutionellen Gesamtwerts wurden verschiedene etablierte Bewertungsansätze kombiniert, darunter Investitions-, Substanzwert-, Vergleichs- und Cashflow-Methoden.

Über die Berliner Philharmoniker

Die Berliner Philharmoniker wurden 1882 gegründet und zählen zu den weltweit führenden Orchestern. Ihre Geschichte wird durch die Zusammenarbeit mit legendären Chefdirigenten geprägt, darunter Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Claudio Abbado und Sir Simon Rattle. Seit 2019 steht Kirill Petrenko an der Spitze des Orchesters. Die Heimat der Philharmoniker ist seit 1963 die Philharmonie Berlin, die eine Ikone der Architektur und ein Sinnbild für klassische Musik ist.

Regelmäßig geht das Orchester auf gefeierte Tourneen etwa nach Asien und Nordamerika. Ein zusätzliches Publikum wird über Medien wie die Videoplattform Digital Concert Hall oder über Social Media erreicht, wo die Berliner Philharmoniker zu den international erfolgreichsten Kulturinstitutionen zählen. Seit 2014 gehört das orchestereigene Label Berliner Philharmoniker Recordings zum Angebot. Maßstabsetzend ist auch das Education- & Outreach-Programm, das seit 2002 Menschen unterschiedlichster Herkunft für die klassische Musik gewinnt. Durch ihre hohe künstlerische Qualität, ihre internationale Strahlkraft und ihre visionären Projekte gelten die Berliner Philharmoniker heute als einer der wichtigsten kulturellen Botschafter Berlins und der Bundesrepublik Deutschland.

Über BCG

Die Boston Consulting Group hilft führenden Unternehmen und Organisationen weltweit, ihre Ambitionen in messbare Ergebnisse zu überführen. Was uns dabei seit jeher auszeichnet: strategische Klarheit – heute verstärkt durch angewandte KI – gestützt auf mehr als 60 Jahre Erfahrung und fundiertes Branchenwissen. BCG arbeitet weltweit und branchenübergreifend eng mit CEOs sowie Entscheiderinnen und Entscheidern zusammen, um tiefgreifende Veränderungen in großem Maßstab zu ermöglichen: höhere Renditen, nachhaltig aufgebaute Kompetenzen und Veränderung, die bleibt. BCG ist mit rund 33.500 Mitarbeitenden in über 100 Städten und mehr als 50 Ländern vertreten und erzielte 2025 einen weltweiten Umsatz von 14,4 Milliarden US-Dollar. Weitere Informationen hier:  www.bcg.com

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