- BCG AI Report: KI-Investitionen weltweit verdoppeln sich in 2026 – Deutschland belegt Platz 1 in der EU
- Die KI-Transformation ist in über 70 Prozent der Unternehmen Chefsache
- Auch viele Führungskräfte in deutschen Unternehmen glauben an den Mehrwert von KI, gehören aber nicht zu den Vorreitern
Düsseldorf—Weltweit planen Unternehmen, 2026 ihre Investitionen in Künstliche Intelligenz gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,7 Prozent des jährlichen Umsatzes zu verdoppeln. 39 Prozent der Unternehmen planen für 2026 KI-Investitionen in Höhe von mindestens 50 Millionen US-Dollar. Deutschland liegt mit 52 Prozent über dem globalen Durchschnitt und belegt damit innerhalb der Europäischen Union (EU-Durchschnitt: 38 %) den Spitzenplatz. Das zeigt der neue „BCG AI Radar 2026“, für den die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) weltweit mehr als 2.300 Führungskräfte auf Vorstandsebene aus 16 Ländern befragt hat. Bei einem Großteil der Befragten sind diese KI-Investitionen Teil einer langfristigen Strategie: 94 Prozent der Unternehmen werden ihre KI-Ausgaben fortsetzen, auch wenn sich die Investitionen im Laufe des Jahres nicht auszahlen.
CEOs übernehmen die Führung bei der KI-Strategie
„Künstliche Intelligenz entwickelt sich weltweit über alle Branchen hinweg zu einem entscheidenden Produktionsfaktor“, sagt Andrej Levin, KI-Experte und Partner bei BCG. „Ihr Einsatz entscheidet darüber, wie Unternehmen sich Wettbewerbsvorteile sichern, neue Geschäftsmodelle kreieren und künftig Wert schaffen. KI ist damit bereits heute eine zentrale Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg.“ Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung rückt die Verantwortung für KI-Programme in vielen Unternehmen direkt in das Ressort des CEOs – ein klarer Beleg für die strategische Bedeutung des Themas. 72 Prozent der CEOs weltweit sind die zentralen Entscheidungsträger für KI in ihrem Unternehmen – doppelt so viele wie im Vorjahr. In Deutschland liegt der Anteil mit 75 Prozent sogar noch etwas höher.
Entsprechend eng verknüpfen viele CEOs den KI-Einsatz mit der Zukunft ihres Unternehmens und der eigenen Rolle: Jeder zweite CEO sieht weltweit den persönlichen Erfolg unmittelbar an das Gelingen der KI-Transformation gekoppelt, in Deutschland sind es 38 Prozent. Auch die Einstellung zu KI hat sich deutlich gewandelt. Die Führungsetagen sind vom Potenzial dieser vergleichsweise jungen Technologie überzeugter denn je: 82 Prozent der CEOs weltweit sind optimistischer als im Vorjahr, dass KI einen positiven Return on Investment erzeugt (in Deutschland 83 Prozent). Gleichzeitig haben die gefühlten Hemmnisse beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz deutlich abgenommen.
Chancen von KI werden höher bewertet als mögliche Risiken
Datenschutz und Cybersicherheit bleiben zwar zentrale Themen, sie werden jedoch seltener als Hindernis wahrgenommen. 53 Prozent der Befragten nennen diese beiden Themen als zentrale Herausforderung – ein Rückgang um 12 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Ein wesentlicher Grund dafür liegt im veränderten Blick auf KI selbst: Unternehmen setzen sie zunehmend ein, um ihre Cybersicherheit zu stärken. 32 Prozent der Führungskräfte sehen agentische KI als größte Chance für die Cybersicherheit, etwa bei der kontinuierlichen Systemüberwachung oder der schnelleren Erkennung von Angriffen. Nur neun Prozent bewerten KI vor allem als Risiko. „Die Perspektive auf KI verschiebt sich spürbar: Immer mehr Führungskräfte sehen primär die Chancen“, erklärt KI-Experte Levin. „Im Vordergrund steht die Frage, wie das Unternehmen von KI langfristig profitieren kann, und das beinhaltet natürlich die Risikoabwehr.“
Auch der fehlende Einblick in KI-Entscheidungen sowie Fragen der Kontrolle verlieren an Gewicht: 41 Prozent der befragten Entscheider nennen diese Punkte als Herausforderung, sieben Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Gleiches gilt für regulatorische und Compliance-Themen, die mit 39 Prozent genannt werden – ein Rückgang um fünf Prozentpunkte. Entsprechend wird Künstliche Intelligenz aus Sicht vieler CEOs zunehmend zu mehr als einem digitalen Hilfsmittel. Zwar dominiert aktuell noch die Rolle der Assistenz, doch der Blick auf die nächsten drei Jahre zeigt eine deutliche Verschiebung: KI-Agenten werden dann immer stärker als Coach, Mentor oder gar Kollege fungieren, so die Prognose vieler Befragter. Damit rückt sie näher an den Kern der Zusammenarbeit heran.
Fast alle CEOs setzen auf KI – aber unterschiedlich
Mit 70 Prozent gehört die große Mehrheit der befragten Entscheider zu den pragmatischen Umsetzern: Sie betrachten KI als wichtigen Hebel, investieren gezielt in einzelne Anwendungsfälle und skalieren, wenn Nutzen, Machbarkeit und Risiken klar belegt sind. Lediglich 15 Prozent der CEOs zählen zu den Vorreitern. Sie sind vom wirtschaftlichen Mehrwert von KI überzeugt und treiben die KI-Transformation aktiv voran. Die Unterschiede zeigen sich vor allem bei Investitionen, Kompetenzaufbau und persönlichem Engagement – und bestimmen damit Tempo, Reichweite und Konsequenz der Umsetzung. Vorreiter investieren 73 Prozent ihres Transformationsbudgets in KI, haben bereits 69 Prozent ihrer Belegschaft im KI-Einsatz geschult und setzen 60 Prozent ihres KI-Budgets für agentenbasierte KI ein.
„Vorreiter-CEOs schaffen einen positiven Kreislauf, indem sie Prioritäten setzen, Investitionen tätigen und die Organisation im Bereich KI weiterbilden. So lässt sich das Potenzial von KI nachhaltig heben. Erst dieser ganzheitliche Ansatz schafft die Grundlage für messbaren und langfristigen wirtschaftlichen Mehrwert“, sagt Levin. In Deutschland ist der Anteil pragmatischer Anwender mit 82 Prozent im internationalen Vergleich am höchsten. Nur sechs Prozent der Befragten zählen zu den echten KI-Vorreitern – dennoch liegt Deutschland damit in der EU-Spitzengruppe. EU-weit und auch international führt Frankreich mit einem Vorreiteranteil von 42 Prozent, deutlich vor China mit neun Prozent und den USA mit fünf Prozent.
CEOs in Asien besonders zuversichtlich über Nutzen von KI
Der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum treibt KI-Investitionen besonders konsequent voran: In Indien und China investieren CEOs vor allem aus der Überzeugung heraus, dass KI konkreten geschäftlichen Nutzen stiftet. So sind etwa 76 Prozent der CEOs in Indien zuversichtlich, dass sich Investitionen in KI auszahlen werden (China: 73 %, Japan: 70 %). Nur drei Prozent der indischen CEOs handeln, weil sie Sorge haben, den Anschluss an den Wettbewerb zu verlieren (China: 8 %, Japan: 20 %). In Europa und Nordamerika hingegen ist diese Sorge bei jedem zweiten Unternehmen ein wichtiges Motiv für KI-Aktivitäten. Daher ist Levin überzeugt: „Auch der Westen braucht mehr Drive im Umgang mit KI. Entscheidend ist nicht der Blick auf mögliche Rückstände, sondern der Mut, mit Selbstbewusstsein zu investieren und den wirtschaftlichen Mehrwert aktiv zu nutzen.“
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BCG
Felix Kupferer
Media Relations Specialist
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Über die Studie
Der BCG AI Radar 2026 basiert auf einer Umfrage unter 2.360 C-Level-Führungskräften aus 16 Ländern und 11 Branchen, darunter Technologie, Finanzdienstleistungen, öffentlicher Sektor, Gesundheitswesen, Konsumgüter und Energie. Deutsche Unternehmen stellten mit 200 Teilnehmern die zweitgrößte Gruppe innerhalb Europas (insgesamt 620 Teilnehmer).
Über BCG
Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine weltweit führende Unternehmensberatung. Gemeinsam mit Führungskräften aus Wirtschaft und Gesellschaft treiben wir tiefgreifende Transformationen voran. Seit der Gründung 1963 leistet BCG Pionierarbeit im Bereich Unternehmensstrategie. Unser Ziel: Organisationen so stärken, dass sie wachsen, nachhaltige Wettbewerbsvorteile entwickeln und positiven gesellschaftlichen Wandel gestalten können. BCG steht für erstklassige Strategieberatung mit Technologiekompetenz sowie unternehmerischer Umsetzungskraft – von digitalen Geschäftsmodellen bis zu Corporate Ventures. Unsere internationalen Teams vereinen Branchenwissen, funktionale Expertise und vielfältige Perspektiven – sie hinterfragen den Status quo und setzen Impulse für echte Veränderung. Unser Beratungsmodell ist einzigartig: Es setzt auf enge Zusammenarbeit innerhalb unserer Teams und bei unseren Kunden – über alle Organisationsebenen hinweg. BCG ist mit rund 33.000 Mitarbeitenden in über 100 Städten und mehr als 50 Ländern vertreten. Weltweit erzielte BCG im Jahr 2024 einen Umsatz von 13,5 Milliarden US-Dollar.
Weitere Informationen: www.bcg.com